ENGINEERING-MATERIALIZATION-VERIFICATION-PRINCIPLE
Engineering-Prinzip – Materialisierung erfordert Verification und Evidence#
Leitsatz#
Eine Änderung ist nicht abgeschlossen, wenn sie umgesetzt wurde. Sie ist abgeschlossen, wenn verifizierbare GlossarbegriffTechnical documentation artifact.Glossareintrag vollständig lesen belegt, dass das beabsichtigte Ergebnis erreicht wurde.
Zweck#
Das Prinzip verbindet Architektur, Implementierung und Betrieb zu einem geschlossenen Engineering-Lebenszyklus. Es verhindert, dass Werkzeuge, Migrationen, Deployments oder manuelle Schritte ihren eigenen Erfolg lediglich annehmen.
Verbindlicher Lebenszyklus#
Intent
→ Plan
→ Execute
→ Verify
→ Evidence
→ Report
→ Decision
Intent#
Beschreibt den beabsichtigten fachlichen oder technischen Zielzustand.
Plan#
Ermittelt den Istzustand, die notwendigen Änderungen, Risiken, Voraussetzungen und erwarteten Ergebnisse. Ein Plan darf keine dauerhaften Änderungen ausführen.
Execute#
Materialisiert ausschließlich die im Plan beschriebenen Änderungen. Ausführung und Plan müssen korrelierbar sein.
Verify#
Prüft den tatsächlich erreichten Zustand unabhängig von der bloßen Rückgabe des Execute-Schritts. Verifikation muss das Ergebnis beobachten, nicht nur den Prozessstatus.
Evidence#
Erzeugt maschinenlesbare und menschenverständliche Nachweise. Evidence kann aus Testresultaten, Queries, Health Checks, Prüfsummen, Versionen, Artefaktzahlen oder Audit-Ereignissen bestehen.
Report#
Fasst Plan, Ausführung, Verifikation, Evidence, Abweichungen und offene Maßnahmen zusammen. Geheimnisse dürfen nicht in Reports erscheinen.
Decision#
Bewertet, ob der Schritt akzeptiert, wiederholt, zurückgerollt, manuell geprüft oder abgebrochen wird.
Erfolgsdefinition#
Ein Schritt ist nur erfolgreich, wenn:
- der Plan gültig war,
- Execute ohne unkontrollierten Fehler beendet wurde,
- alle verpflichtenden Verifikationen erfolgreich waren,
- die erforderliche Evidence erzeugt wurde,
- der Report den realen Zustand widerspruchsfrei beschreibt.
Ein Exit-Code 0 des Execute-Schritts allein ist kein Erfolgsnachweis.
Anwendungsbereiche#
Das Prinzip gilt mindestens für:
- Bootstrap und Erstinstallation,
- Dependency Checks,
- Datenbank- und Benutzeranlage,
- Schema-Migrationen,
- Seeds und Importe,
- Builds und Packaging,
- Deployment und Updates,
- Health- und Smoke-Checks,
- Roundtrip-Importe,
- Dokumentationsmaterialisierung,
- GlossarbegriffTechnical documentation artifact.Glossareintrag vollständig lesen,
- Backup und Restore,
- Rollback und Recovery.
Fehler- und Rollback-Regel#
Ein fehlgeschlagenes Verify darf nicht als Warnung verborgen werden. Der Schritt erhält den Zustand verification-failed.
Rollback wird ausgeführt, wenn:
- der Schritt atomar rückführbar ist,
- der Vertrag eine Rollback-Aktion definiert,
- Rollback den Zustand nicht verschlechtert.
Ist automatischer Rollback nicht sicher, muss der Report den Zustand manual-recovery-required ausweisen.
Beziehung zum Verification Model#
Der Verify-Schritt erzeugt Verification Artifacts und Verification Results. Evidence ist der konkrete Nachweis dieser Verifikation. Ein Bootstrap-Check, ein Unit Test und ein Health Check sind unterschiedliche Verification-Kategorien, folgen aber demselben Modell.
Beziehung zum Quality Model#
Quality Goals werden nicht allein durch Deklaration erfüllt. Für jedes relevante Quality Goal müssen geeignete Verification Artifacts und Evidence referenziert werden.
Traceability#
Vision
→ Capability
→ Requirement / Constraint / Quality Goal
→ Materialization Step
→ Verification Artifact
→ Evidence
→ Report
→ Acceptance Decision